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Akademische Feier 2026

Fakultät würdigt Absolventinnen und Absolventen

Die Fakultät für Biologie und Biotechnologie feierte gemeinsam mit ihren Absolventinnen und Absolventen des vergangenen Jahres. Neben der Urkundenübergabe prägten Grußworte, Einblicke in aktuelle Forschung und die Verleihung des Uwe-Kappel-Promotionspreises die Akademische Feier 2026 und machten sie erneut zu einem besonderen Höhepunkt im Fakultätsjahr. Im festlichen Rahmen kamen Studierende, Angehörige, Lehrende und Gäste zusammen, um Bachelor-, Master- und Promotionsabschlüsse zu würdigen.

Grußwort: Wissenschaft bedeutet, Fragen zu stellen

Die Prorektorin für Lehre und Studium der RUB, Prof. Dr. Kornelia Freitag, eröffnete die Feier mit einem Grußwort aus dem Rektorat. Unter dem Leitgedanken „Sie haben es hinter sich, Sie haben es aber auch noch vor sich“ blickte sie sowohl auf das Erreichte als auch auf den weiteren Weg der Absolventinnen und Absolventen.

Sie betonte, dass ein Studium weit mehr vermittle als einen festen Wissensbestand. Entscheidend sei vielmehr die Fähigkeit, wissenschaftliche Erkenntnisse kritisch zu hinterfragen, Phänomene einzuordnen und neue Fragestellungen zu entwickeln – Kompetenzen, die weit über die Universität hinaus von Bedeutung seien.

Rückblick auf das Studium und Veränderungen an der Fakultät

Dekanin Prof. Dr. Julia Bandow gratulierte den Absolventinnen und Absolventen herzlich zu ihrem Studienabschluss und würdigte ihren Weg durch ein Studium, das Höhen und Tiefen mit sich bringe. Sie erinnerte daran, dass das Studium nicht nur Fachwissen vermittle, sondern viele Erfahrungen bereithalte, die das spätere Leben prägen – von Auslandsaufenthalten über Mitbestimmung in der akademischen Selbstverwaltung bis hin zum Umgang mit Rückschlägen.

Mit Blick auf den Studienalltag hob sie insbesondere die erworbene Resilienz hervor: Experimente verliefen vielleicht nicht immer erfolgreich, Probleme müssten gelöst und Frustration ausgehalten werden. Gerade diese Erfahrungen seien wertvolle Fähigkeiten für den weiteren Berufsweg. „Ich möchte Ihnen gratulieren. Sie haben einen weiteren Soft Skill gelernt: Resilienz“, fasste sie zusammen.

Darüber hinaus informierte Bandow über die laufende Umstrukturierung der Fakultät und begrüßte die neu berufenen Professor:innen: Seit September 2025 verstärkt Juniorprofessor Dr. Leroy Großmann die Fakultät, im Januar 2026 folgte Prof. Dr. Linda Weiss. Mit Dr. Timothy Zolnik wird im März 2027 ein weiterer Wissenschaftler die Fakultät bereichern.

Einblicke in Forschung und Lehre

Traditionell stellten sich auch in diesem Jahr die Lehr- und Forschungsbereiche vor, die die Akademische Feier ausrichten. Prof. Dr. Andreas Reiner präsentierte den Lehrstuhl für Zelluläre Neurobiologie und gab Einblicke in die Frage, wie Nervenzellen miteinander kommunizieren und Informationen im Nervensystem weiterleiten.

Prof. Dr. Klemens Störtkuhl stellte die Arbeitsgruppe Sinnesphysiologie vor. Er erläuterte die erstaunlichen Fähigkeiten des menschlichen Geruchssinns, der rund eine Billion verschiedener Duftstoffe unterscheiden könne. Zudem berichtete er über die Zusammenarbeit der Arbeitsgruppe mit der Internationalen Raumstation (ISS), bei der Fragen der Sinnesphysiologie auch unter Weltraumbedingungen eine Rolle spielen.

Feierliche Übergabe der Urkunden

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Übergabe der Bachelor-, Master- und Promotionsurkunden. Studiendekan Prof. Dr. Stefan Wiese, Prodekanin Prof. Dr. Danja Schünemann und Dekanin Prof. Dr. Julia Bandow überreichten den Absolventinnen und Absolventen ihre Urkunden und würdigten damit den erfolgreichen Abschluss ihres Studiums beziehungsweise ihrer Promotion.

Für die musikalische Begleitung sorgte das Elmar Dissing Trio ED3 aus Herne, das mit jazzigen Klängen den feierlichen Charakter der Veranstaltung unterstrich.

Uwe-Kappel-Promotionspreis für zwei herausragende Dissertationen

Ein besonderer Höhepunkt der Akademischen Feier war die Verleihung des Uwe-Kappel-Promotionspreises der Fakultät für Biologie und Biotechnologie. Der jeweils mit insgesamt 3.000 Euro dotierte Preis wurde in diesem Jahr an zwei Nachwuchswissenschaftlerinnen verliehen.

Preisträgerin Anna-Maria Vermiert

Dr. Anna-Maria Vermiert erhielt die Auszeichnung für ihre Dissertation "Predator-mediated traits in multiply-stressed riverine ecosystems". In groß angelegten Freilandexperimenten untersuchte sie, wie Umweltstressoren wie erhöhte Wassertemperaturen und steigender Salzgehalt die Wechselwirkungen zwischen Räubern und Beutetieren in Fließgewässern verändern. Ihre Forschung liefert wichtige Erkenntnisse darüber, wie sich der Klimawandel und weitere menschengemachte Belastungen indirekt auf ganze Lebensgemeinschaften auswirken. Besonders gewürdigt wurden zudem ihre methodische Vielfalt, ihre Beharrlichkeit trotz schwieriger Forschungsbedingungen sowie ihre zahlreichen wissenschaftlichen Publikationen.

Preisträgerin Soheila Javadi

Dr. Soheila Javadi wurde für ihre Dissertation "Temperature-dependent virulence regulation in the human pathogen Yersinia pseudotuberculosis" ausgezeichnet. Sie untersuchte, wie der Krankheitserreger seine Virulenz temperaturabhängig reguliert, und entdeckte dabei einen neuen Proteinfaktor, der an diesem Prozess beteiligt ist. Aus ihrer kumulativen Dissertation gingen bereits drei Veröffentlichungen in renommierten Fachzeitschriften hervor. In der Laudatio wurden neben ihrer wissenschaftlichen Exzellenz auch ihr außergewöhnlicher persönlicher Werdegang sowie ihre Zielstrebigkeit und erfolgreiche Integration hervorgehoben.

Ausklang im Botanischen Garten

Im Anschluss an die Akademische Feier waren alle Gäste zum traditionellen Fakultätsfest in den Botanischen Garten eingeladen. Bei Snacks und Getränken bot sich die Gelegenheit, gemeinsam auf die erfolgreichen Abschlüsse anzustoßen und den Tag in entspannter Atmosphäre ausklingen zu lassen. Auch für die jüngsten Gäste wurde etwas geboten: Beim Workshop „Pflanzenfarben“ konnten Kinder die Welt der Naturfarben spielerisch entdecken und selbst kreativ werden.

Veröffentlicht am 
31. Juni 2026

Von
Öffentlichkeitsarbeit Biologie